Neue Wege für Hygiene und Gesundheit auf Wiens Straßen
Im Herbst unternahmen unsere Gründerin, unsere Eh-renamtlichen Koordinatorin gemeinsam mit 8 Mitglie-dern der med4hope next Generation , eine Erfahrungs-austauschreise nach Prag, Berlin und Hamburg, um internationale erfolgreiche Modelle studentischen En-gagements und mobiler Hygiene- und Gesundheitsver-sorgung für obdachlose Menschen kennenzulernen.
Ziel war es, Inspiration zu sammeln und Best Practices für Wien zu prüfen – insbesondere im Hinblick auf un-ser geplantes Projekt SOAP4HOPE, die erste mobile Duschambulanz für Straßenmedizin in Österreich.
In Prag besuchten wir die studentische Hilfsvereinigung medici na ulici, was wörtlich übersetzt so viel heißt wie Mediziner der Straßen.
www.medicinaulici.cz
Besonders beeindruckend war, dass dieses Projekt ausschließlich von engagierten Studierenden getragen wird. Mit viel Idealismus und praktischen Lösungen schaffen sie es, obdachlosen Menschen erste Hilfe in den Straßen Prags zu leisten. „Ärzte gäbe es dort nicht, die das machen, weil laut tschechischem Gesetz medi-zinische Handlungen nur in einer dafür zugelassenen medizinischen Einrichtung oder zu Hause bei den er-krankten durchgeführt werden dürfen“, erklärt uns eine der leitenden Studentinnen.
Aber wenn die medici na ulici mitglieder später in den städtischen Krankenhäusern arbeiten bleiben sie wert-volle Kooperationspartner, wenn dringende Behand-lungen oder Spitalsaufnahmen notwendig werden.

In Berlin waren wir mit dem Duschmobil für Frauen des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SKF) unterwegs. Hier stand die besondere Vulnerabilität obdach-loser Frauen im Mittelpunkt. Das Projekt zeigte uns eindrucksvoll, wie wichtig geschützte Räume sind, in denen Frauen nicht nur duschen, sondern auch Vertrauen fassen und weiterführende Unterstützung er-halten können.
In Hamburg schließlich lernten wir GoBanyo kennen – ein groß angelegtes Projekt mit einem speziell umge-bauten großem Linienbus. Mit professioneller Aus-stattung, mehreren Duschkabinen und angeschlosse-ner sozialer Beratung ist GoBanyo ein Vorzeigeprojekt, das Maßstäbe setzt und uns viele Anregungen für un-sere eigene Arbeit gegeben hat. Gegründet wurde es von einem ehemals selbst obdachlosen Mann, der sich damals „so schmutzig war, dass ich selbst schon gedacht habe ich bin Schmutz“

Die zentrale Erkenntnis: Schmutz und Gestank, führt zu Scham und als Folge daraus dazu, dass Betroffene keine medizinische Hilfe aufsuchen, obwohl sie diese dringend benötigen würden und andererseits kann auch einem strak verschmutzten , oft von Parasitenbe-fall gequältem Menschen ohne zeitgleiche Reinigungs-möglichkeit und frisches Gewandt nicht sinnvoll und nachhaltig medizinisch geholfen werden.
Hygiene ist die Grundlage, um Infektionen, Hautkrankheiten oder Parasitenbefall zu verhindern und chronische Erkrankungen gezielt therapieren zu können.
Mit diesen Eindrücken im Gepäck arbeitet Med4Hope nun an der Umsetzung von SOAP4HOPE. Dieses Projekt ist ein großer Herzenswunsch unserer Präsidentin Frau Dr. Monika Stark.
Der geplante Bus soll es ermöglichen, Patient:innen nicht nur zu säubern, alte Verbände von verkrusteten Füßen zu lösen und im Notfall zu entlausen, sondern sie anschließend direkt medizinisch zu versorgen.
„Hygiene ist ein Grundpfeiler der Gesundheit – und sollte kein Privileg sein, sondern ein Menschenrecht,“ betont Dr. Stark.
Das SOAP4HOPE-Mobil soll regelmäßig in Wiens Bal-lungszentren im Einsatz sein und darüber hinaus auch für Sondereinsätze dorthin fahren können, wo der Be-darf akut am größten ist. Diese Mobilität macht das Projekt besonders wertvoll und flexibel.
Um SOAP4HOPE Realität werden zu lassen, arbeitet Med4Hope derzeit mit Privatpersonen und dem Lions Club zusammen.
Ziel ist es, den Bus bis nächstes Jahr zu finanzieren und damit einen weiteren Meilenstein in der Straßenmedizin Wiens zu setzen.
Die Austauschreise hat deutlich gemacht: Innovation entsteht durch Zusammenarbeit und gegenseitiges Lernen.
Mit SOAP4HOPE wollen wir in Wien nicht nur einen praktischen Beitrag zur Gesundheitsversorgung leisten, sondern auch ein starkes Zeichen setzen, dass Hygiene und medizinische Betreuung untrennbar zusammengehören – für ein menschenwürdiges Leben, auch auf der Straße.
Wir freuen uns und danken für Ihre finanzielle Unterstützung

Jeder Beitrag zählt und macht einen Unterschied. Gemeinsam können wir obdachlosen Menschen eine Chance auf bessere Gesundheit und ein würdiges Leben geben.
MED4HOPE ist eine spendenbegünstigte Organisation Spendenkonto: MED4HOPE Erste Bank: IBAN: AT02 2011 1844 2898 2100 BIC: GIBAATWWXXX